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Sitzgarnitur Buenos Aires Josef Hoffmann J. & J. Kohn Wien um 1910

SKU 836

Sitzgarnitur “Buenos Aires” , Entwurf Josef Hoffmann, Ausführung J. & J. Kohn Wien, Mod. Nr. 675 F und 675 C, um 1910, Buche gebogen, Messing, Leder, originales Klebeetikett

Datiertung: 1906 bis 1914
Technik: Buchenholz gebogen und gebeizt, Messing, Leder

Auf der Unterseite der Sitzbank originales Firmenetikett “Jacob & Josef Kohn, Wien”, Unterseite eines Sessels Reste des Klebeetiketts, Unterseite anderer Sessel verblichene Reste des Firmenetiketts
Lit.: Das Interieur, XII, 1911, Abbildung 31;
vgl. Verkaufskatalog Jacob & Josef Kohn 1916, Reprint München 1980, Abb S. 48, Nr. 675/C (Bank), Nr. 675/F (Fauteuil);
Giovanni Renzi, Il mobile moderno, Silvana Editoriale Spa, Milano 2008, S. 172-173

43.000,00 inkl. MWSt.
SKU 836
Beschreibung

Diese als “Buenos Aires”-Garnitur bekannte Sitzgruppe wurde um 1905 von Josef Hoffmann entworfen. Im Jahr 1910 wurde sie auf der namensgebenden Exposición Internacional del Centenario in Buenos Aires ausgestellt. Hoffmann zeigte auf dieser Ausstellung eine Vielzahl seiner Möbelentwürfe für die Firma J. & J. Kohn sowie ausgewählte Gegenstände der Wiener Werkstätte.
Bei dieser Sitzgarnitur kombiniert Josef Hoffmann für ihn typische Designelemente. Die kompakte Tonnenform wird durch seitliche Aussparungen im Bereich der Armlehnen aufgelockert, was dem Entwurf, trotz seiner Größe, eine gewisse Leichtigkeit verleiht.
Die Anwendungsmöglichkeiten des Bugholzes werden bei diesen Sitzmöbeln raffiniert ausgenutzt. Der gebogene Rückenteil aus Sperrholz wird hier ebenso wie der gepolsterte, obere Abschluss gekonnt mit Bugholzelementen eingerahmt. Sichtbare Ziernieten, horizontal angebracht, gliedern den Rückenteil der Möbel auf sehr dekorative Weise. Hoffmann schuf mit der Sitzgarnitur Buenos Aires einen seiner ikonischsten Entwürfe für Sitzmöbel.

Künstler

Josef Hoffmann (Pirnitz 1870– 1956 Wien), Mitbegründer der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte, war ein äußerst produktiver und vielfältiger Architekt und Entwerfer. Er hat im Laufe seiner Karriere mit diversen Formen, Techniken und Materialien experimentiert. Er erzielte in seinen Entwürfen eine starke Reduktion der Form auf das Essentielle und war Wegbereiter des geometrischen Jugendstiles. So entstand sein charakteristischer, geometrischer Stil. Der Umfang seiner Entwürfe geht von Gebäuden über gesamten Inneneinrichtungen, gemäß dem Konzept des Gesamtkunstwerks, bis hin zu kleinen Detailstücken des Alltags. Eines seiner wesentlichsten Werke ist das Palais Stoclet in Brüssel, ein Gesamtkunstwerk welches er unter anderem in Zusammenarbeit mit Gustav Klimt und Koloman Moser für einen wohlhabende Unternehmer zwischen 1905 und 1911 ausgeführte.

Ausführung

Die ursprünglich auf den Holzhandel spezialisierte mährische Firma Jacob & Josef Kohn erweiterte ab dem Jahr 1867 ihre Geschäftstätigkeit um die Produktion von Bugholzmöbeln. Bis zu dem Zeitpunkt hatte die Firma Gebrüder Thonet faktisch das Monopol für die Erzeugung von Bugholzmöbeln inne. Bei dieser damals neuen Technik wurde Buchenholz unter Einwirkung von Dampf in die gewünschte Form gebogen und ermöglichte damit die serielle Produktion von modernen Gebrauchsmöbeln. Mit der innovativen Idee, ihre Möbel von wichtigen Designern der Wiener Moderne entwerfen zu lassen, wurde J. & J. Kohn zu einem der stärksten Konkurrenten von Thonet. So beauftragte die Firma einige der angesagtesten Architekten der Zeit, wie z.B. Otto Wagner, Adolf Loos, Josef Hoffmann, Koloman Moser oder Gustav Siegel, mit dem Entwurf von Möbeln. Sie reüssierte damit mit ihren hochqualitativ ausgeführten Einrichtungsobjekten auf vielen Weltausstellungen (Weltausstellung in Wien 1873, Weltausstellung in Paris 1900, Internationale Ausstellung in Turin 1902, um nur einige zu nennen). Ästhetisch ganz am Puls der Zeit, wurden die modernen Möbel von J. & J. Kohn beim zahlungskräftigen Bürgertum in ganz Europa und Übersee salonfähig. Der große internationale Erfolg war auch dem dichten Vertriebsnetz der Firma zu verdanken, mit Niederlassungen in allen wichtigen europäischen Metropolen. Mit dem Firmenmotto „semper sursum“ (immer aufwärts) avancierte Jacob & Josef Kohn zu einem der erfolgreichsten Möbelproduzenten in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Sitzgarnituren, Vitrinen und typische Jugendstil-Wohnaccessoires (Satztische, Blumensäulen, Etagèren, etc.) aus der Zeit bis ca. 1914 mit dem originalen Klebeetikett oder Brandstempel „Jacob & Josef Kohn, Wien“ sind heute weltweit begehrte Sammlerobjekte.

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