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Tischlampe Karl Hagenauer Werkstätte Hagenauer um 1930

SKU 763

Tischlampe mit jagender Diana, Karl Hagenauer, Werkstätte Hagenauer Wien, um 1930, Messing gegossen und poliert, markiert

  • Breite: 23cm
  • Höhe: 44cm
  • Tiefe: 23cm
  • Datiertung: 1930 bis 1935
    Epoche: Art Deco
    Technik: Messing, gegossen und poliert; Lampenschirm Kunststoff plissetiert
    Provenienz: Privatbesitz, Österreich

    markiert (teils undeutlich) mit “wHw” im Kreis und (MADE IN) “AUSTRIA”
    Lit.: vgl. Verkaufskatalog Werkstätte Hagenauer aus dem Jahr 1928 (unveränderter Nachdruck 1999), Nr. 1465A, S. 20

    Verkauft

    Nicht vorrätig

    SKU 763
    Beschreibung

    Karl Hagenauer verwendete das Motiv der jagenden Diana immer wieder in seinen Arbeiten, sei es als figürliche Darstellung auf Kerzenständern oder wie hier als Basis für eine Tischlampe.

    Die Jagdgöttin ist mit ihrem Jagdhund und den charakteristischen Attributen, Pfeil und Bogen, dargestellt. In für diese Zeit typischer Manier gestaltet Karl Hagenauer die elegante Statuette mit gelängten Gliedmaßen. Auf Zehenspitzen und in angedeuteter Arabesque erscheint Diana eher wie eine leichtfüßige Elfe, denn als die amazonenhafte Göttin. Stark reduzierte und zugleich grazile Merkmale prägen auch diese Figurine. So erscheint die Jagdwaffe mehr wie ein neckisch geflügelter Pfeil, als ein gefährlicher Bogen und verleiht Diana eine harmlose Verspieltheit.

    Die Werkstätte Hagenauer gestaltete mit solchen entzückenden Szenen schon in den 1920er Jahren Gebrauchsgegenstände. So ist diese Tischlampe bereits im Verkaufskatalog der Werkstätte Hagenauer aus dem Jahr 1928 gut dokumentiert.

    Künstler

    Karl Hagenauer (1898 – 1956) war ein österreichischer Metallkünstler und Designer, der zusammen mit seinem Bruder Franz die Werkstätte Hagenauer Wien führte. Gemeinsam haben sie mit ihren Gebrauchs- und Dekorationsobjekten aus Metall und Holz österreichische Designgeschichte geschrieben. Im metallverarbeitenden Betrieb seines Vaters Carl (1872-1928) hatte Karl Hagenauer schon früh die Möglichkeit, die kunsthandwerkliche Seite des Gürtlerhandwerks kennenzulernen. Seine Ausbildung erhielt er an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Franz Cizek, Oskar Strnad und Josef Hoffmann. Unterbrochen durch seinen Militärdienst im Ersten Weltkrieg schloss er das Studium im Jahr 1920 ab. Auf Initiative Josef Hoffmanns, lieferte er in den folgenden Jahre Entwürfe für die Wiener Werkstätte. Gerade in dieser Frühphase ist der Einfluss seiner Lehrer, insbesondere die ornamental-verspielte Formensprache Dagobert Peches deutlich erkennbar. Bald schon zeichnete sich bei Karl Hagenauer stilistisch eine Wende ab: die reine Ornamentik trat in den Hintergrund, reduzierte Formen wurden dominanter. Gerade im figuralen Segment entwickelte er nun einen eigenen, unverkennbaren Stil mit veränderten Proportionen und gelängten Gliedmaßen. Auch den bisher verwendeten Materialien wie Silber und Elfenbein gab er unedleren Metallen wie Messing, Alpaka und Kupfer den Vorzug. Konstant blieb aber die hohe kunsthandwerkliche Qualität der Objekte. Schöne Beispiele hierfür sind seine Entwürfe für Lampenfüße in Form von stark stilisierten Frauenakten oder die bekannte Tänzerfigurine der Josephine Baker aus den späten 1920er Jahren*. Auch seine exotischen Afrikanischen Tänzerinnen oder die drolligen Tierfiguren aus Holz vertrieb die Werkstätte Hagenauer mit Erfolg. Den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zwischenkriegszeit bzw. des Zweiten Kriegszeit geschuldet, wurden in der Werkstätte Hagenauer zeitweise vorwiegend einfache aber dennoch hochwertige Gebrauchs- oder Dekorationsgegenstände aus Metall bzw. Holz gefertigt. Die Urheberschaft vieler dieser Entwürfe lässt sich heute nicht mehr eindeutig Karl oder Franz Hagenauer zuordnen. Karl Hagenauer verstarb 1956 und in Folge führte Franz Hagenauer die Werkstätte bis in die 1980er Jahre weiter. *vgl. Olga Kronsteiner in Monika Wenzl-Bachmeier (Hg.), Hagenauer. Wiener Moderne und Neue Sachlichkeit, Ausstellungskatalog Wagner:Werk Postsparkasse, Wien 2011, S. 38 und S. 67

    Ausführung

    Werkstätte Hagenauer Wien – stilistische Entwicklung und Bedeutung

    Die Werkstätte Hagenauer zählt heute, mit Recht, zu den bedeutendsten Kunstwerkstätten Österreichs des 20. Jahrhunderts. Die klare, strenge Formsprache, kombiniert mit dynamischen Posen und die Verwendung von Messing, vernickelt, patiniert oder blank, sowie Kupfer, Alpacca und Exotenholz, weist einen hohen Wiedererkennungswert auf.

    Doch bis die Brüder Karl und Franz ihren eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelten, sollte einige Zeit vergehen. Karl und Franz besuchten beide die Kunstgewerbeschule in Wien und lernten unter Josef Hoffmann, Oskar Strnad, Anton Hanak und Dagobert Peche.

    Bis zur Schließung der Werkstätte Hagenauer am 30. Dezember 1987 wurden noch Kunstobjekte von herausragender Qualität erzeugt. Die beiden Brüder Karl und Franz Hagenauer haben mit ihrem künstlerischen Vermächtnis sehr stark zur Bildung des Begriffes „Design“ in Mitteleuropa beigetragen und zählen mit Sicherheit zu den einflussreichsten österreichischen Künstlern des 20 Jahrhunderts.

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