“Salome” Karl Klaus Ernst Wahliss Wien um 1912

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Tänzerin “Salome”, Entwurf Karl Klaus, Ausführung Ernst Wahliss Wien, um 1912, Serapis-Fayence

  • Höhe: 31.3cm, Breite: 17.1cm, Tiefe: 7.7cm
  • 1911 bis 1913
    Technik: Keramik ("Serapis-Fayence"), heller Scherben mit polychromer Glasur und Gold bemalt
    Provenienz: Privatbesitz, Köln

    auf der Innenseite grüne Stempelmarke “Serapis/ Wahliss”, in Gold “F. 1565/ D. 894″ und 18.”, eingepresste Modellnummer “1565” und “15”
    Lit.: abgebildet in: The Studio yearbook of decorative art, London 1914, S. 195.

    Preis auf Anfrage
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    Beschreibung

    Das Thema der Salome nahm um 1900 eine zentrale Stellung im europäischen Kultur- und Geistesleben ein. Insbesondere die Figur avancierte zu einer Projektionsfläche für zeitgenössische Vorstellungen von Erotik, Dekadenz und weiblicher Verführungsmacht. Einen maßgeblichen Beitrag zu ihrer Popularisierung leistete Oscar Wilde mit seinem 1896 in Paris uraufgeführten symbolistischen Drama Salome, das einen erheblichen Skandal auslöste. Wenige Jahre später griff Richard Strauss den Stoff in seiner 1905 uraufgeführten Oper Salome auf.
    Karl Klaus knüpft mit seiner Figurine an die Ikonografie der femme fatale an. Die verführerisch tanzende Salome ist in einem tiefen Wiegeschritt dargestellt; ihr Oberkörper schwingt sich in einer exaltierten, beinahe ekstatischen Rückwärtsbewegung weit nach hinten. Die dynamische Körperhaltung steigert die suggestive Wirkung der Figur und veranschaulicht jene sinnliche Verführungskraft, mit der Salome sowohl ihren Stiefvater Herodes als auch den Betrachter in ihren Bann zieht.
    Besondere Raffinesse zeigt Klaus im Umgang mit dem keramischen Material. Die entblößte Brust bleibt unbemalt und lässt das helle Weiß der Fayence sichtbar hervortreten, wodurch die Materialität des Werkstoffs gezielt als gestalterisches Mittel eingesetzt wird. Demgegenüber steht das reich dekorierte Gewand, dessen aufwendige Aufglasurmalerei von den ornamentalen Formensprachen der Wiener Secession und des internationalen Jugendstils geprägt ist.
    Das Modell wurde im Katalog der Werkbund-Ausstellung Köln 1914 als repräsentatives Beispiel der modernen Serapis-Fayencen der Firma Ernst Wahliss Wien abgebildet.

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