Zwei Vitrinen Carl Witzmann P. Donath Wien um 1907

SKU 1416

Zwei Vitrinen mit Perlmuttintarsien, Entwurf Carl Witzmann, Ausführung P. Donath Wien, um 1907, Makasser Ebenholz, Perlmutt, Elfenbein, Marmor

  • Höhe: 162cm, Breite: 94cm, Tiefe: 48cm
  • 1906 bis 1907
    Technik: Makassar Ebenholz, Vollholz und Furnier, in bombierter Bauweise, Perlmutt- und Elfenbeinintarsien, Marmor, bombierte zweifach geschliffene Gläser (Zwei-Facetten-Schliff), original Glaseinlegeböden, Messing
    Provenienz: Privatbesitz, Wien

    Lit.: Berta Zuckerkandl, Die Jubiläums-Möbel-Ausstellung in Wien, in: Deutsche Kunst und Dekoration, Jg. XII, Heft 1 (1908), S. 279-287 (abgebildet S. 283, S. 284 und S. 285)

    55.000,00 inkl. MWSt.
    Preis auf Anfrage
    SKU 1416
    Beschreibung

    Der Architekt und Designer Carl Witzmann begann seine Laufbahn mit einer Tischlerlehre, bevor er von 1900 bis 1904 an der Wiener Kunstgewerbeschule in der Architekturklasse bei Josef Hoffmann studierte, dem er zeitlebens eng verbunden blieb.
    Witzmanns Schaffen ging weit über die Architektur hinaus und umfasste umfassende Innenraumgestaltungen, darunter Möbel, Textilien, Beleuchtungskörper und kunstgewerbliche Objekte. Er entwarf sowohl für die Wiener Werkstätte als auch für renommierte Firmen wie Thonet, Backhausen und Lobmeyr und bewies dabei ein außergewöhnlich feines Gespür für Materialität und handwerkliche Ausführung.
    Einen Höhepunkt seiner Laufbahn markierte das Jahr 1908, als er als Sieger eines eigens ausgeschriebenen Wettbewerbs mit der Gesamtgestaltung der Kaiser-Jubiläums-Möbel-Ausstellung in Wien betraut wurde. Seine umfassende Installation wurde preisgekrönt und fand breite Anerkennung für ihre Geschlossenheit und Innovationskraft. Zu den für diese Ausstellung entworfenen Arbeiten zählen auch die vorliegenden Vitrinen, die als herausragende Beispiele seiner verfeinerten Formensprache gelten.
    Ausgeführt in Makassar-Ebenholz in massiver und furnierter Bauweise sowie in eleganter bombierter Form, sind die Vitrinen reich mit feinen Perlmutt- und Elfenbeinintarsien ausgestattet. Marmorelemente, sorgfältig gearbeitete Messingdetails sowie die originalen, facettiert geschliffenen Gläser und Einlegeböden unterstreichen ihren luxuriösen Charakter. Die sanft geschwungene, halbkreisförmige Linienführung verleiht den Möbeln eine besondere Eleganz und Leichtigkeit, während die hochglanzpolierten Edelholzoberflächen Witzmanns ausgeprägtes Gespür für Material und Oberfläche eindrucksvoll zur Geltung bringen.
    Die Bedeutung dieser Arbeiten wird zudem durch ihre zeitgenössische Rezeption unterstrichen: Die einflussreiche Kritikerin Berta Zuckerkandl würdigte die Ausstellung ausführlich in der Zeitschrift Deutsche Kunst und Dekoration (1908), in der die Vitrinen mit Perlmuttintarsien mehrfach abgebildet sind. Sie hob insbesondere Witzmanns innovative Entwurfshaltung sowie seine Vorliebe für fein polierte Oberflächen und geschwungene, halbkreisförmige Linien hervor und verortete seine Arbeiten an der Spitze der modernen Wiener Kunstgewerbebewegung jener Zeit.

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