Tischlampe mit Frauenfigur und Loetz-Schirm, Gustav Gurschner, Bronze, gegossen, braun patiniert, Schirm Johann Loetz Witwe, unidentifierter Dekor, um 1901
signiert hinten am Fuß mit “GURSCHNER”
Lit: Jitka Lnenickova, Lötz /Serie II. Glas Musterschnitte aus den Jahren 1900 bis 1914, Susice 2011, Nr. II-4522, S. 443.
Zu den Objekten, die Gustav Gurschner für Studierzimmer entwarf, gehörten auch verschiedene Tischlampen. Kurz nach seinem Debüt bei der Ersten Ausstellung der Wiener Secession im Jahr 1898 begannen Unternehmen wie Johann Loetz Witwe und E. Bakalowits & Söhne in Wien, bei Gurschner künstlerisch gestaltete Leuchtobjekte in Auftrag zu geben, die mit passenden Schirmen aus ihren Glasmanufakturen kombiniert wurden.
Im Jahr 1897 hielt sich Gurschner in Paris auf, wo er maßgeblich vom französischen Art Nouveau inspiriert wurde. Charakteristisch für seine Entwürfe ist die Verbindung funktionaler Alltagsgegenstände mit figürlichen Elementen, häufig in Form weiblicher Gestalten.
Bei dieser Tischlampe trägt eine Frauengestalt eine Amphore, auf der die Fassung und der Schirm sitzen. Ihr Körper geht fließend in einen Lampenfuß über, der mit durchbrochenem Lorbeerblatt-Dekor verziert ist.
Der Lampenschirm stammt aus der Manufaktur Johann Loetz Witwe und ist in einem bislang unidentifizierten Dekor ausgeführt: auf elfenbeinfarbenen Grund mit Silberkröseln verlaufen vertikal verzogene Blättern in Grün und Silber sowie ein federartig verzogener Dekor an der Spitze des Schirms.
Die fein ziselierten ornamentalen Details, die plastisch bewegten Formen und die organischen Linien zeugen von Gurschners außergewöhnlichem Können als Bronzekünstler, während der Schirm von Johann Loetz Witwe für eine atmosphärische Lichtwirkung sorgt.
Der gebürtige Tiroler Gustav Gurschner (Mühlendorf am Inn, Deutschland 1873 – 1971 Wien) war einer der bekanntesten österreichischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Er war Gründungsmitglied der Wiener Secession und langjähriger Präsident des Künstlerverbandes österreichischer Bildhauer. Da er mehrere Jahre in Paris lebte, kann man in seinem charakteristischen, naturbezogenen Stil einen deutlichen französischen Einfluss erkennen. Durch sein außerordentliches Talent und seine umfassende künstlerische Bildung schuf er eine Vielzahl an Denkmälern und Portraits, unter anderem den Königsobelisken in Veszprém, 1908, das Kaiserdenkmal von Hohenelbe vor 1916 oder ein Bildnis Königs Eduard VII. von England.
Beim Senden der Anfrage stimmen Sie unseren Datenschutzrichtlinien zu. Datenschutz