Loetz Vase Arno Richter PG 358 um 1901

SKU 1693 Schlagwort

Kleine Vase, Schule Koloman Moser, Entwurf Arno Richter, Dekorentwurf Franz Hofstötter, Ausführung Johann Loetz Witwe für E. Bakalowits Söhne, Wien, Dekor Phänomen Genre 358, um 1901

  • Höhe: 8cm, Breite: 11cm, Tiefe: 11cm
  • 1901 bis 1902
    Technik: Glas, formgeblasen, reduziert und irisierend
    Provenienz: Privatbesitz, Wien

    Lit.: E. Ploil, H. Ricke u.a. (Hg.), „Loetz – Böhmisches Glas 1880-1940“, Band 2, Musterschnitte, München 1989, Musterschnitt 85/4007, S. 294; J. Mergl, E. Ploil, H. Ricke (Hg.), Lötz. Böhmisches Glas 1880 bis 1940, Ostfildern-Ruit 2003, S. 171 (Dekor)

    14.500,00 inkl. MWSt.
    Preis auf Anfrage
    SKU 1693 Schlagwort
    Beschreibung

    Arno Richter, Schüler von Koloman Moser und Josef Hoffmann an der Wiener Kunstgewerbeschule, schuf mehrere Entwürfe für Glasvasen, die von Johann Loetz Witwe ausgeführt wurden. Der Formentwurf für die vorliegende Vase ist durch einen im Loetz-Schnitt-Archiv erhaltenen Musterschnitt dokumentiert. Der Entwurf wurde für den Glasverleger E. Bakalowits geschaffen. Als Förderer und Mäzen der zeitgenössischen Kunst beauftragte dessen Leiter Wilhelm Bakalowits junge Vertreter der Wiener Avantgarde mit Entwürfen für Kunstglas und Beleuchtungskörper. Zu ihnen gehörten Josef Hoffmann, Koloman Moser, Leopold Bauer und Arno Richter.
    Die Vase trägt den Dekor Phänomen Genre 358, der von Franz Hofstötter für die Pariser Weltausstellung von 1900 entworfen wurde. Charakteristisch für Hofstötters Arbeiten sind stark stilisierte, naturinspirierte Kompositionen, die durch vereinfachte Formen atmosphärische und landschaftliche Eindrücke evozieren.
    Das Gefäß besteht aus einem dünnen Opalglasunterfang mit farbloser Deckschicht, der breit mit farblosem, geädertem Silbergelb umsponnen und unregelmäßig verzogen ist. Unterhalb der Mündung zieht sich eine mit Silbergelb durchwirkte orangerote Aufschmelzung in kurzen, zungenförmigen Ausläufern über die Wandung. Im unteren Bereich erscheint eine ähnlich gestaltete dunkelbraune Aufschmelzung, die ebenfalls mit Silbergelb durchsetzt ist. Horizontale Farbzonen, die von einem dunklen Grund über bläuliche und gelbe Töne bis zu leuchtendem Rot übergehen, evozieren die Vorstellung eines fernen Horizonts unter einem rötlich leuchtenden Himmel. Die irisierende Oberfläche verstärkt diese atmosphärische Wirkung zusätzlich.
    Der Vasenkörper wird durch sechs vertikal verlaufende Aufschmelzungen gegliedert, die der Form eine ausgeprägt rhythmische Struktur verleihen, wie sie charakteristisch für Richters Entwürfe ist.

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