Leontine von Littrow, Abendliche Felsenküste, Öl auf Holz
verso eigenhändig mit Bleistift bezeichnet Leo Littrow Abbazia
abgebildet im Wkvz. Leontine von Littrow 2017, S. 312, Abb. 192, WVLL 4/131
Leontine Camilla von Littrow, bekannt als Leo von Littrow, wurde in Triest geboren und wuchs in Triest sowie in Fiume (heute Rijeka) auf. Um 1887 lebte sie in Abbazia, einem bedeutenden Meereskurort der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, der zu einem zentralen Ort ihres künstlerischen Schaffens wurde. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie zunächst durch gelegentliche Malstunden bei Hans Canon, bevor sie ab etwa 1875 beim Pariser Maler Jean d’Alheim studierte. In dieser Zeit setzte sie sich intensiv mit dem französischen Impressionismus auseinander, dessen Einfluss ihr Werk nachhaltig prägte
Bereits in den frühen 1880er-Jahren stellte Leo von Littrow erfolgreich in Wien, Bremen, München und London aus und galt um 1885 als etablierte Malerin des Meeres sowie der italienischen und dalmatinischen Küstenlandschaften.
Die Ölstudie „Abendliche Felsenküste“ zeigt eindrucksvoll Littrows feinsinnige Naturbeobachtung und ihr besonderes Gespür für Lichtstimmungen. Im Zentrum des Bildes stehen die raue, felsige Küstenlinie und die sanften Spiegelungen der untergehenden Sonne auf der ruhigen Meeresoberfläche. Das Zusammenspiel von Licht und Reflexen verleiht der Szene eine stille, kontemplative Atmosphäre. Anders als in ihren dynamischen Darstellungen der Brandung dominiert hier eine ruhige, beinahe meditative Stimmung, in der die Natur in ihrem abendlichen Gleichgewicht erfasst wird.
Von Littrows Werke fanden großen Anklang bei Sammlern. In ihrem Atelier in Abbazia verkehrten bedeutende Persönlichkeiten wie Ferdinand I., Fürst von Bulgarien, Erzherzog Karl Stephan von Österreich sowie Kronprinzessin Stephanie von Österreich, mit der Littrow zeitlebens befreundet war und in regem Briefwechsel stand.
Eine besondere Anerkennung erfuhr sie Mitte der 1880er-Jahre, als sie als einzige Frau einen ehrenvollen Auftrag für die neu errichteten Museen des Wiener Hofes erhielt. Für die Hochparterresäle des Naturhistorischen Museums schuf sie das Gemälde „Küste von Ragusa“. Werke von Leo von Littrow befinden sich heute unter anderem im Wien Museum, in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien sowie im Museo Revoltella in Triest. Leo von Littrow starb 1925 in ihrem Heimatort Abbazia.
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