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Armsessel Josef Hoffmann J. & J. Kohn um 1905

SKU 851

Jugendstil Armlehnsessel, Entwurf Josef Hoffmann, Ausführung J. & J. Kohn Wien, Mod. Nr. 720, um 1905, Buche gebogen, Messing, Leder

  • Breite: 63cm
  • Höhe: 80cm
  • Tiefe: 61cm
  • Datiertung: 1902 bis 1905
    Technik: Buchenholz gebogen und gebeizt, Messing, Leder
    Provenienz: Privatbesitz, Budapest

    Lit.: Giovanni Renzi, Il mobile moderno, Silvana Editoriale Spa, Milano 2008, S. 70-71;
    Das Interieur XIII, Tafel 31, zeitgenössische Fotos der Ausstellung in Buenos Aires 1910

    11.500,00 inkl. MWSt.
    SKU 851
    Beschreibung

    Für die Entwürfe ihrer Bugholzmöbel beauftragte die Firma J.&J. Kohn die innovativsten Architekten der Zeit. Josef Hoffmann hat diesen Armsessel 1901 gestaltet und bereits im darauffolgenden Jahr erschien er auf einer Werbung von Kohn im Katalog der 15. Wiener Secessions-Ausstellung. Im Laufe seiner illustren Ausstellungsgeschichte wurde das formschöne Möbelstück auch auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis/USA präsentiert.
    Hoffmann legt dieser modernen Interpretation seines Fauteuils die gebogene Form eines Hufeisens zugrunde. Die Möglichkeiten der Bugholztechnik ausschöpfend, wurde der Rückenteil nahtlos aus einer gebogenen Schale geformt. Mit der kompakten Hülle verleiht Hoffmann dem Sessel eine gewisse formale Note, ohne dabei gänzlich auf dekorative Elemente zu verzichten. So lockern die sichtbar angeordneten Messingnieten und polierten Messingfüße die formale Strenge auf. Ergonomische Details wie die leicht geneigte Führung der Armlehnen zeugen zudem von Hoffmanns durchdachter Auseinandersetzung mit dem Modell.
    Mit diesem insgesamt sehr harmonisch wirkenden Fauteuil hat Hoffmann einen zeitlos modernen Klassiker entworfen, mit dem auch der Möbelproduzent J.&J. Kohn international reüssieren konnte.

    Künstler

    Josef Hoffmann (Pirnitz 1870– 1956 Wien), Mitbegründer der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte, war ein äußerst produktiver und vielfältiger Architekt und Entwerfer. Er hat im Laufe seiner Karriere mit diversen Formen, Techniken und Materialien experimentiert. Er erzielte in seinen Entwürfen eine starke Reduktion der Form auf das Essentielle und war Wegbereiter des geometrischen Jugendstiles. So entstand sein charakteristischer, geometrischer Stil. Der Umfang seiner Entwürfe geht von Gebäuden über gesamten Inneneinrichtungen, gemäß dem Konzept des Gesamtkunstwerks, bis hin zu kleinen Detailstücken des Alltags. Eines seiner wesentlichsten Werke ist das Palais Stoclet in Brüssel, ein Gesamtkunstwerk welches er unter anderem in Zusammenarbeit mit Gustav Klimt und Koloman Moser für einen wohlhabende Unternehmer zwischen 1905 und 1911 ausgeführte.

    Ausführung

    Die ursprünglich auf den Holzhandel spezialisierte mährische Firma Jacob & Josef Kohn erweiterte ab dem Jahr 1867 ihre Geschäftstätigkeit um die Produktion von Bugholzmöbeln. Bis zu dem Zeitpunkt hatte die Firma Gebrüder Thonet faktisch das Monopol für die Erzeugung von Bugholzmöbeln inne. Bei dieser damals neuen Technik wurde Buchenholz unter Einwirkung von Dampf in die gewünschte Form gebogen und ermöglichte damit die serielle Produktion von modernen Gebrauchsmöbeln. Mit der innovativen Idee, ihre Möbel von wichtigen Designern der Wiener Moderne entwerfen zu lassen, wurde J. & J. Kohn zu einem der stärksten Konkurrenten von Thonet. So beauftragte die Firma einige der angesagtesten Architekten der Zeit, wie z.B. Otto Wagner, Adolf Loos, Josef Hoffmann, Koloman Moser oder Gustav Siegel, mit dem Entwurf von Möbeln. Sie reüssierte damit mit ihren hochqualitativ ausgeführten Einrichtungsobjekten auf vielen Weltausstellungen (Weltausstellung in Wien 1873, Weltausstellung in Paris 1900, Internationale Ausstellung in Turin 1902, um nur einige zu nennen). Ästhetisch ganz am Puls der Zeit, wurden die modernen Möbel von J. & J. Kohn beim zahlungskräftigen Bürgertum in ganz Europa und Übersee salonfähig. Der große internationale Erfolg war auch dem dichten Vertriebsnetz der Firma zu verdanken, mit Niederlassungen in allen wichtigen europäischen Metropolen. Mit dem Firmenmotto „semper sursum“ (immer aufwärts) avancierte Jacob & Josef Kohn zu einem der erfolgreichsten Möbelproduzenten in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Sitzgarnituren, Vitrinen und typische Jugendstil-Wohnaccessoires (Satztische, Blumensäulen, Etagèren, etc.) aus der Zeit bis ca. 1914 mit dem originalen Klebeetikett oder Brandstempel „Jacob & Josef Kohn, Wien“ sind heute weltweit begehrte Sammlerobjekte.

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