Arnulf Rainer “Handmalerei” 1984-85

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Arnulf Rainer, Handmalerei, 1984-85, Öl, Gouache und Kohle auf Karton, signiert

1984 bis 1985
Technik: Öl, Gouache und Kohle auf Karton
Provenienz: Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg um 1986 vom jetzigen Eigentümer von der oben genannten Galerie erworben Ausgestellt: Salzburg, Galerie Thaddaeus Ropac, Arnulf Rainer, Totenmasken Handmalerei, 1986

signiert mit den Initialen des Künstlers „A.R.“ (unten rechts); signiert „Rainer“ (auf der Rückseite)
Lit.: Arnulf Rainer: Totenmasken, Handmalerei [Deathmasks, Handpaintings]. Salzburg: Edition Galerie Thaddaeus Ropac, 1986, S. 16-17

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Beschreibung

Das vorliegende Gemälde ist der Werkgruppe der sogenannten Handmalerei zuzuordnen, einer von Arnulf Rainer im Jahr 1973 entwickelten Technik. In Abkehr vom klassischen Einsatz des Pinsels tritt hier der unmittelbare Körpereinsatz an die Stelle des traditionellen Malinstruments.
Rainer selbst schilderte die Entstehung dieser Methode als ein impulsives, beinahe eruptives Ereignis: Im Sommer 1973 zerbrach ihm während des Malprozesses der Pinsel. In der daraus entstandenen Situation begann er, die Farbe direkt mit den Händen aufzutragen – schlagend, wischend, reibend. Diese physische Intervention entwickelte sich rasch zu einem eigenständigen künstlerischen Prinzip. Die entstehenden Spuren verstand der Künstler als Ausdruck unmittelbarer, unkontrollierter Gestik, als „Abdrücke traumatischer Gesten“, gespeist aus einem unbewussten, körperlichen Impuls heraus. Rainer arbeitete dabei häufig bis an die Grenze der Erschöpfung; seinen eigenen Berichten zufolge floss mitunter sogar Blut in die Farbe.
Das vorliegende Werk zeigt diese Arbeitsweise in eindrücklicher Weise: Die in fächerartigen Bewegungen aufgetragene schwarze Farbe offenbart deutlich die Spuren einzelner Finger. Die pastose Materialität der Farbschicht bewahrt die Dynamik des Entstehungsprozesses und macht die körperliche Energie unmittelbar erfahrbar. An den Rändern treten zudem klare Fingerabdrücke hervor.
Unter der dominanten schwarzen Schicht lassen sich zudem subtil verschiedene Farbebenen erahnen. Nuancen von Grün, Orange und Türkis schimmern partiell durch und verweisen auf einen vielschichtigen, prozessualen Bildaufbau. So wird das Gemälde nicht nur als Ergebnis, sondern als Dokument eines intensiven, performativen Malakts lesbar.

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Arnulf Rainer "Handmalerei" 1984-85 Öl Gouache und Kohle auf Karton signiert
Arnulf Rainer “Handmalerei” 1984-85
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