Loetz Vase Franz Hofstötter PG 358 um 1900

SKU 1598 Schlagwort

Kleine Vase, Entwurf Franz Hofstötter, Ausführung Johann Loetz Witwe für E. Bakalowits Söhne, Dekor Phänomen Genre 358, um 1900

  • Höhe: 6.5cm, Breite: 3.5cm, Tiefe: 3.5cm
  • 1899 bis 1900
    Technik: Glas, formgeblasen, reduziert und irisierend
    Provenienz: Privatbesitz, Wien

    Lit.: E. Ploil, H. Ricke u.a. (Hg.), „Loetz – Böhmisches Glas 1880-1940“, Band 2, Musterschnitte, München 1989, Musterschnitt 85/3864, S. 286

    8.900,00 inkl. MWSt.
    Preis auf Anfrage
    SKU 1598 Schlagwort
    Beschreibung

    Die kleine Vase von außergewöhnlich kompakten Proportionen mit runder Basis und quadratischer Mündung trägt den Dekor Phänomen Genre 358, der von Franz Hofstötter für die Pariser Weltausstellung entworfen wurde. Der Dekor ist charakteristisch für seine stilisierten, naturassoziativen Kompositionen, die in vereinfachter Form landschaftliche Stimmungen evozieren.
    Das Glas ist mit dünnem Opalglasunterfang und farbloser Deckschicht gearbeitet, breit mit farblos geädertem Silbergelb umsponnen und unregelmäßig verzogen. Unterhalb der Mündung zieht sich eine orangerote Aufschmelzung mit Silbergelb in kurzen Zungen über die Wandung, während über dem Boden eine dunkelbraune, ebenfalls in Zungen auslaufende Aufschmelzung mit Silbergelb erscheint. Die Oberfläche ist irisiert; horizontale Farbzonen, die vom dunklen Grund über bläuliche und gelbe Töne bis zu glühendem Rot übergehen, verstärken die Assoziation eines fernen Horizonts unter rötlich leuchtendem Himmel.

    Künstler

    Franz Hofstötter (München 1871 – 1958 Bachern) war ein deutscher Maler, Bildhauer, Architekt, Glasmaler und Kunstgewerbler. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule München, studierte er 1890-93 an der Akademie München, unter anderem bei Gabriel von Hackl und Wilhelm von Ruemann. In den Jahren 1894 bis zum Ersten Weltkrieg machte sich Hofstötter einen Namen mit Entwürfen für Kirchenfenster und gesamte Kirchenausstattungen.

    Seinen künstlerischen Stellenwert sicherten ihm wohl die Entwürfe für die Glasmanufaktur Johann Loetz-Witwe (Klostermühle). Max Ritter von Spaun, Inhaber der Glashütte, hatte den jungen Künstler beauftragt, die Kunstglas-Kollektion für die Weltausstellung 1900 in Paris zu entwerfen. Hofstötters gänzlich neue Vasenformen zusammen mit zeitgenössisch-modernen vegetabilen oder naturalistisch-reduzierten Dekoren trugen wesentlich zum durchschlagenden Erfolg des Glaserzeugers Loetz auf dieser wichtigen internationalen Leistungsschau bei. Franz Hofstötter schuf in Folge noch bis ca. 1911 Glas-Entwürfe für Loetz. Nach seinem Kriegsdienst im 1. Weltkrieg führte eine persönliche Krise zur weitgehenden Aufgabe seines künstlerischen Schaffens.

    Hofstötters Name ist allen Loetz-Sammlern ein Begriff und seine für die Weltausstellung 1900 kreierten Ziergläser finden sich weltweit in Sammlungen aller wichtigen Jugendstil-Museen.

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